News Zuchtwertschätzung - HOLSTEIN

- Neue Datenselektion

- Basisanpassung

Durch die jährliche Basisanpassung im April und Änderungen in der Datenselektion mussten die Stiere teilweise erhebliche Einbußen im RZG hinnehmen. Bei den genomischen Vererbern waren dies bei Schwarzbunt - 3,1 und bei Rotbunt sogar- 4,4 Punkte. Beim RZM und RZN waren die Veränderungen noch höher. In die Zuchtwertschätzung werden jetzt nur noch Tiere mit ihrer Leistung berücksichtigt, wenn Vater, Mutter und Muttersvater bekannt sind.

Neue Datenselektion

Mit dem ZWS-Termin April 2020 werden bedeutende Änderungen in der Datenselektion wirksam - Tiere werden mit ihrer Leistung nur noch in der ZWS berücksichtigt, wenn ihr Vater, ihre Mutter und ihr Muttersvater bekannt sind, sowie die Rasseangabe des Leistungstieres konsistent mit der angegebenen Rasse von Vater und Muttersvater ist - Leistungsdaten werden für alle Merkmale einheitlich ab dem Erhebungsdatum 1.1.2000 berücksichtigt. In der Zuchtwertschätzung für Kälberfitness wurden diese Regelungen bereits angewendet. In der Nutzungsdauer war auch bisher schon ein bekannter Vater Voraussetzung und es galt das Jahr 2000 als Datenschnitt. Die größten Auswirkungen dieses einheitlichen historischen Datenschnitts sind bei den Milchleistungsmerkmalen und der Zellzahl zu verzeichnen.

Systematische Auswirkungen sind vor allem für die Milchleistungs- und Kalbemerkmale zu beobachten. Für die Milchleistungsmerkmale und den RZM ergeben sich deutlichere Zuchtwerttrends, d.h. die jüngeren töchtergeprüften Jahrgänge sind den älteren jetzt deutlicher überlegen. Die Auswirkungen sind dabei nicht von denen der jährlichen Basisverschiebung zu trennen. Bei den Kalbemerkmalen wird insbesondere der bisher bei den maternalen Merkmalen (RZKm) beobachtete deutlich positive - und über Selektion nicht erklärbare – Zuchtwerttrend abgeflacht. Auch hier sind die Auswirkungen nicht von denen der jährlichen Basisanpassung zu trennen.

In der Zuchtwertschätzung für die Gesundheitsmerkmale wurde zudem die Modellierung des fixen Effektes der Laktationsnummer verfeinert, was somit eine Verbesserung gegenüber dem alten System zeigt.

Auswirkungen von neuer Datenselektion und Basisanpassung

Für die Zuchtwerte auf Basis April 2020 wurde die jährliche Basisverschiebung vorgenommen.

Aufgrund der deutlicher geänderten Zuchtwert-Trends ist die Ausweisung einer durchschnittlichen Zuchtwertabschreibung insbesondere für die Milchleistungsmerkmale, den RZM sowie die maternalen Kalbemerkmale nicht sinnvoll. Für die übrigen Merkmale sind die Unterschiede der Auswirkungen je nach Altersgruppe nicht so ausgeprägt wie bei Milchleistung und den Kalbemerkmalen, aber ebenfalls vorhanden. Daher ist auch eine allgemeine, mittlere Zuchtwertabschreibung nicht sinnvoll interpretierbar.

Roland Hartl

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