News Zuchtwertschätzung - HOLSTEIN

Neuigkeiten von der Zuchtwertschätzung April 2019

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Mit der Zuchtwertschätzung im April gab es in diesem Jahr sehr viele Erneuerungen:

  • Milchleistungsmerkmale: geringere Heritabilitäten; neue RZM-Formel
  • Größe: Optimum jetzt 100
  • Genomische ZWS: Umstellung auf gemischte Lernstichprobe für alle Merkmale
  • NEU: Zuchtwerte für direkte Gesundheitsmerkmale (ersichtlich auf https://www.zar.at/)
  • Jährliche Basisanpassung aller Merkmale

 

Milchleistungsmerkmale

Die verwendeten Heritabilitäten in der konventionellen Zuchtwertschätzung für die Milchleistungsmerkmale wurden reduziert. Dadurch werden realistischere konventionelle Kuh-Zuchtwerte geschätzt, d.h. die Streuung der konventionellen Kuh-ZW verringert sich deutlich. Realistische klassische Kuh-ZW sind besonders wichtig für die Verwendung in gemischten Lernstichproben als Basis für die genomische ZWS. Die Auswirkungen der verringerten Heritabilitäten auf die konventionellen ZW töchtergeprüfter Bullen sind gering.

Entsprechend des geänderten Verhältnisses der Verwertung von Eiweiß und Fett und damit der Bezahlung von Fett und Eiweiß wurde die Gewichtung im RZM angepasst. Die neue relative züchterische Gewichtung von ZW Fett-kg zu ZW Eiweiß-kg beträgt 1: 1,5 (Formel-Faktoren 1 : 2).

Größe: Optimum jetzt 100

Größe jetzt mit Optimum 100. Bereits seit 2017 wurde die Größe als Optimal-Merkmal bei der Berechnung des Körper-ZW (und damit auch im RZE) berücksichtigt. Jetzt aber mit dem Optimum 100 (vorher 112). Jetzt erfolgt die Berechnung für Abschläge ober- und unterhalb des Optimums wie bei allen anderen Optimal-Merkmalen quadratisch d.h. je weiter entfernt vom Optimum je größer der Abschlag je Relativpunkt Größe (bisher linear).

Genomische Zuchtwertschätzung: Umstellung auf gemischte Lernstichproben

Bisher beruhte die genomische ZWS auf einer Lernstichprobe aus töchtergeprüften und gleichzeitig typisierten KB-Stieren. Obwohl diese EuroGenomics-Lernstichprobe mit inzwischen 38.772 töchtergeprüften Stieren sehr groß ist, stößt das System doch zunehmend an seine Grenzen. Durch die seinerzeitige starke genomische Vor-Selektion der aktuell neu töchtergeprüften KB-Stiere repräsentieren diese nicht mehr die gesamte Bandbreite der Genetik in der aktuellen Population, sondern nur noch den besseren Teil. Aus diesem Grund wurde vor drei Jahren das Projekt KuhVision gestartet, um über die Typisierung ganzer Herden eine Kuh-Lernstichprobe aufzubauen, die die gesamte Bandbreite der Population abbildet. Es handelt sich daher ausschließlich um Kühe mit Informationen, erbracht unter heimischen Bedingungen, die zudem aus aktuellen Jahrgängen stammen. Damit ist die aktuelle heimische Holstein-Population durch die LP-Kühe in der gemischten LP deutlich besser abgebildet als durch die EuroGenomics-LP-Stiere von denen ca. 2/3 nur Töchterinformationen im Ausland haben und damit durch Interbull auf deutsche Skala umgerechnete klassische Zuchtwerte.

NEU!! - Zuchtwerte für direkte Gesundheitsmerkmale

Mit dieser ZWS wird die Palette der veröffentlichten Zuchtwerte für Holstein um 6 direkte Gesundheitsmerkmale erweitert: RZEuterfit (40%), RZKlaue (30%), RZRepro (20%), RZMetabol (10%) sowie RZGesund (Gesund-Gesamt) und DDcontrol (Einzel-ZW für Mortellaro-Resistenz; auch in RZKlaue enthalten). Dahinter steht die Zuchtwertschätzung für insgesamt 13 einzelne direkte Gesundheitsmerkmale.

Jährliche Basisanpassung alle Merkmale

Die jährliche Basisanpassung betrug bei den genomischen Holsteinstieren 3,4 Punkte.

Roland Hartl

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